Landesjugendensembles Niedersachsen

Jugendjazzorchester Niedersachsen „Wind Machine“

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Das Jugendjazzorchester Niedersachsen "Wind Machine"

Über das Jugendjazzorchester

„Wind Machine“ geht 2020 mit dem Motto „Dialoge“ durch das Jahr. „Dialoge“ sind ein unabdingbarer Bestandteil und ein prägender Wesenszug der Jazzmusik, ist doch diese Musikrichtung um 1900 schon im aktiven Dialog zwischen afro-amerikanischen und europäischen Musikströmungen entstanden. Insofern sind „Dialoge“ für das Wesen und das Verständnis von Jazzmusik sowie für die musikalische Praxis von Jazz-Interpret*innen von grundlegender und zentraler Bedeutung. Der Arbeitsphase im August sollen weitere Konzerte im September und November 2020 folgen.

Das Jugendjazzorchester Niedersachsen trägt den Namen „Wind Machine“ – nach einem fröhlichen Titel von Sammy Nestico, den das swingendste Jazzorchester aller Zeiten (Count Basie) bekannt gemacht hat. Das 1989 gegründete Ensemble widmet sich Klassikern der Bigband-Literatur und mal orchestralen, mal experimentellen Neuschöpfungen, die vornehmlich aus niedersächsischer Produktion stammen. Der alljährlich groß angelegte Auswahlworkshop, ausführliche Arbeitsphasen mit intensiver Sectionarbeit und der fast vollständig akustische, unverstärkte Klang sind wichtige Kennzeichen. Der jugendliche Talentschuppen spielte ein halbes Dutzend CDs ein, ging auf Tourneen nach China, Russland, in die USA, Frankreich, Dänemark, Polen und die Balkanstaaten und nimmt gelegentlich namhafte Solist*innen wie Gitte Haenning, Charlie Mariano, Peter Weniger oder Ack van Rooyen in seine Mitte.
Inhaltlich enthält der Begriff „Dialog“ die Komponenten „Rede und Gegenrede“ bzw. „Zwiegespräch“. Üblicherweise wird dabei an tatsächlich nur an zwei an der Unterredung Beteiligte gedacht. Auch in der Musik vollzieht sich ein Dialog zum Einen in der Gestalt eines Duos (unterschiedliche Instrumente) oder Duetts (gleiche Instrumente). Den Dialog als musikalisches Zwiegespräch zweiter Solist*innen erlebte „Wind Machine“ in vorzüglicher Weise im Arbeitsjahr 2019 bei der Hinzunahme des Solisten Ack van Rooyen, der in den einzelnen Titeln jeweils einen Co-Improvisator neben sich hatte.

Die Musik erlaubt zum Anderen einen Dialog zwischen verschiedenen Registern oder Instrumentengruppen, etwa in einem Sinfonieorchester. Im weitaus kompakteren Jazzorchester verdichtet sich das Dialogverhalten aufgrund der stärkeren rhythmischen und klanglichen Geschlossenheit der einzelnen Sections: Der Hardbop etwa ist gekennzeichnet von einer je eigenständigen rhythmischen Struktur von melodieführender Bläsergruppe und unterstützender Rhythmusgruppe. Im modernen, eng verzahnten Bigband-Tutti „unterhalten“ sich die stark akzentuierenden Trompeten mit den gleitenden und dahin fließenden Linien des Saxophonsatzes, während die Familie der Posaunen die weiche akkordliche Grundlage liefert. Da jede Section bestrebt ist, „wie aus einem Munde zu sprechen“, ist die Dialogführung unmittelbar mitgestaltend für den Charakter eines Jazztitels.
Wie im sprachlichen Dialog lässt der musikalische bei „Rede und Gegenrede“ sowohl die Reaktion des Bejahens, positiven Aufnehmens und Weiterverfolgens als auch die des Protestierens, Kontrastierens, Verwerfens und Abwürgens zu.

Im frühen Jazz, in der Konzeptmusik des Bandleaders und Kontrabassisten Charles Mingus wie auch im Free Jazz ist die Kollektivimprovisation vieler Beteiligter Markenzeichen geworden. Die Bandbreite ist auch hier groß und reicht vom chaotischen Durcheinander, einem wilden an „Entengeschnatter“ erinnerndes Miteinander und einer undiszipliniert geführten Diskussion bis hin zum lautstark vorgetragenen Unisono vergleichbar einer politischen Demonstration.

Das Arbeitsjahr 2020 von „Wind Machine“ war mit insgesamt 22 Arbeitstagen geplant, geprobt wird in der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel. Der obligatorische Auswahlworkshop zum Jahresbeginn am 18./19. Januar brachte 15 neue Orchestermitglieder hervor. Folgen sollten eine Frühjahr-Arbeitsphase vom 27. März bis 4. April und zwei Konzertwochenenden im Mai (Wolfenbüttel, Hannover, Wolfsburg, Burgdorf, Minden), die jedoch den Umständen der Corona-Pandemie zum Opfer fielen. Die Hoffnungen, das Ensemble doch noch begründen zu können, richten sich jetzt auf den Zeitraum der Sommer-Arbeitsphase 21. bis 30. August mit weiteren Konzerten im September und November.

Veranstaltungen

Kontakt

Johannes Klose
Bildungsreferent
05331 - 90 878 23
0151 - 467 26 424
Johannes Klose
Bildungsreferent
Telefon (Wolfenbüttel): 05331 - 90 878 23
Telefon (Mobil): 0151 - 467 26 424
verantwortlich für
Jugendjazzorchester Niedersachsen "Wind Machine"
Lehrer-Bigband Niedersachsen
Bigband-Leiter-Fortbildung
Niedersachsens Partnerregionen im Ausland
Landesausschuss Jazz

Mit über 25 Dienstjahren bin ich der Dinosaurier im Team des Landesmusikrats. Geboren 1959 unweit der Autobahn A 2 absolvierte ich nach dem Abitur in Barsinghausen eine Ausbildung zum Lokalredakteur, bevor ich mich ganz der Musik widmete: Schulmusik-Studium mit Zweitfach Deutsch in Hannover und Abschluss Diplom-Jazzpädagoge mit Hauptfach Klavier in Hamburg. Künstlerisch betätige ich mich solo, in Kammermusik und Bands, pädagogisch als Lehrer für Klavier, Gehörbildung und Musiktheorie an mehreren Musikschulen und der Musikhochschule Hannover. Ferner begründete ich das Festival „JazzWoche Hannover“ sowie die Website „jazz-over-hannover.de“ und lud Künstler wie Herbie Hancock, Chick Corea, Martial Solal, Dave Brubeck, Richie Beirach und The Real Group nach Niedersachsen ein.

Vor etwa 20 Jahren...

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Der Auswahlworkshop

Einmal im Jahr lädt der Landesmusikrat Niedersachsen zum Auswahlworkshop ein – dort können sich junge Musikerinnen und Musiker für das Jugendjazzorchester Niedersachsen „Wind Machine“ bewerben.